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Hungerohr

Sie rollt. Sie schwabbelt.

Sie kann ihrem Körper nicht vertrauen. Es ist immer das gleiche , sie müsste klüger sein. Aber die Angst, die kommt, ist manchmal übermächtig. Jede Person wird neben ihr zu einem wunderschönen Menschen. Rank und schlank sind sie alle. Unrealistisch, das weiss sie. Aber sie sieht zarte Gliedmaßen. Nein, keine Knochen, die sie liebt, aber alle sind schmal und ebenmäßig , alle sehen zerbrechlich aus, neben ihr.

Sie ist ein Schrank. Sie war es immer immer schon. Grob und breit , ein Monster. Einige Male hat sie es geschafft. Fast zu sterben. Sie war zart, sie war zerbrechlich, wollte durchscheinend sein, ein Engel mit großem Mundwerk, der alles tragen kann, der sich alles erlauben kann, denn mit so zarter Statur kann man ihm nichts antun. Niemand stellt Anforderungen und so kann man stets alles mit Bravour meistern, denn wenn niemand etwas von ihr verlangt, wird sie immer großartig sein.

Sie war betroffen von den Sorgen. Und sie wollte die bezaubernde Chance der großen Liebe. So fing sie jedesmal wieder an, zu leben.

Die Wege waren schwer. Sie war gespalten. Nicht gesund. Aber sie kämpfte. Monatelang, jahrelang. Sie stieg auf Berge, fiel in Schluchten. Verdrängte böse Gedanken mit aller Ablenkung, die sie finden konnte. Denn die Wahrnehmung wird verrückt, wenn der Körper ver- rückt ist. Sie kletterte auf die Gedanken, die ihr Leben bestimmten. Große Kaloriengedankenberge, große Waagengedankenhügel. Sie fiel und stand auf. Sie zer- brach daran und wischte sich den Mund ab, um weiter zu gehen.

Sie lief und rannte. Sie turnte und hüpfte. Mit kranker Gier sah sie Bilder.  Stundenlang, wie im Rausch. Verglich und wog ab und hatte jedes Maß für Realität verloren. Aber dennoch wollte sie leben und hat sich Stück für Stück das Normale erkämpft. Jetzt war es ein langer Weg.

Sie muss lernen, dem Hunger zu vertrauen. Ihr Körper lernt, den Weg zu finden. Sie muss Vertrauen haben.

10.11.09 11:14


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Rastlos

Sie ist rastlos in Gedanken.

Sie sagte sich, dass jemand, der in vier Tagen 44 Stunden gearbeitet hat, auch nach Feierabend ruhig einmal sitzen darf. Und nichts tun.

Aber sie kann es kaum ertragen. Nicht, dass sie etwas tun würde. Nein. Sie sitzt, überlegt, ob sie alles getan hat, was sie hat tun müssen und ob alles richtig war. Sie schimpft sich aus, dass sie eine faule Schlampe ist. Sie könnte einkaufen, zum Sport, sie muss Briefe losschicken und Freundinnen anrufen. Sie könnte mal putzen oder wenigstens schlafen. Aber das macht sie nicht.

Als Highlight giesst sie sich einen Tee auf und ärgert sich. Dinge, die man tun müsste, türmen sich auf. Sie sind nicht mal wichtig. Aber sie bilden einen Teil des Tages, sie sind Normalität, wenn man sie erledigt. Aber es klappt nicht. Mal wieder nicht. Nicht einmal dieses kleine Stück Normalität ist möglich. Sie hat alles erledigt, für alle mitgedacht. Jetzt ist die Luft raus. Bis morgen und dann geht es weiter. Aber die Lethargie ist da und sie lähmt .

Life sucks.

2.11.09 16:06


Ruhe jetzt !

Und Fresse halten.

Ihre Arroganz ist manchmal unerträglich. Für was hält sie sich?

Sie weiss nicht, wer sie ist, andere stören nur bei der Selbstfindung. Dass genau die anderen Menschen einem helfen, sich zu definieren, weil sie deutlich machen, dass man nicht mal ein Fliegenschiß im Universum ist, vergißt sie, wenn sie Stress hat.

Sie will in Ruhe gelassen werden, will sitzen und starren, sich mit trivialen Medien die Zeit vertreiben, will sie vertreiben und etwas finden. Sie denkt, die Menschen rauben ihr die Kraft. Weil sie glaubt, sie müsste für jeden die von ihm eigens gewünschte Maske auflegen.

Sie will lernen, ihre eigene Fratze zu suchen. Wie auch immer sie aussehen mag.

30.10.09 11:35


The trouble is...

Dass sie stets glaubt, nicht zu reichen. Dass etwas besonderes her muss, um zu zeigen, dass sie liebenswert oder zumindest DA ist.

Alle Gedanken sind schon gedacht und alle Worte schon geschrieben, in der einen oder anderen Anordnung. Nichts ist wirklich neu und die Namen machen das besondere.

Immer etwas Besonderes sein zu wollen ist ein narzißtischer Anteil , der einem nicht gefällt. Aber was sollte es sonst sein? Man könnte sich in einem Mittelmaß wohlfühlen, könnte Fehler akzeptieren, ohne sich Gedanken zu machen. Einfach daraus lernen und gut ist. Aber das kann sie nicht. Sagen wohl. Reden kann sie sowieso gut. Beste Ratgeberin, aber selber mal einfach den Kopp dicht machen und leben, das kann sie nicht.

Weil es immer nicht reicht. Und es sind nicht mal Fehler. Es sind Dinge, denen noch ein kleines Quentchen Perfektion fehlt. Und sie macht sich das Leben zur Hölle und vergeudet es auf der Suche nach dem Ankommen, verschwendet es mit Süchten, die keiner merkt, mit Depressionen, die nicht auffallen, weil sie gepaart sind mit verschissenen Zwängen, von dem, was man machen MUSS und so kann sie mit kleinen Auszeiten immer das machen, was von ihr verlangt wird. Kämpft sich selber aus dem tiefsten Loch und möchte stolz sein, aber dann kommt die nächste Hürde, die unüberwindbar scheint und sie steht wie ein Ochs vorm Berg und scheut.

Es muss einen Weg geben, den sie sucht und die Hoffnung ist mit den Dummen . Also sucht sie weiter.

30.10.09 10:13


Louisa schreibt

weil sie sich über ihr Inneres klar werden muss.

Es reicht immer noch nicht, so viel gelernt zu haben und die Selbstgespräche helfen nicht weiter . Stets versuchen, sich zu hinterfragen, dann wieder die grandiose Idee, einfach zu leben und beim nächsten Schatten eines Stolperkiesels in alte Verhaltensmuster zu fallen.

Der Gedanke, dass sie nicht reicht für die Welt, obwohl sie genau weiss, dass das nicht stimmt, kommt immer wieder sobald sie ein wenig erschöpft ist. Um sich erholen sitzt sie da. Davon erholt sie sich nicht, dass ist ihr bekannt. Das hat sie zu oft probiert, ob nun im strahlenden Sonnenschein, oder wenn draussen die Herbststürme toben. Sie weiss zu schätzen, dass sie ein Zuhause hat. Dafür arbeitet sie hart. Aber so oft möchte sie alles hinschmeissen, aber sie hat ihre Träume irgendwann weggesperrt und den Schlüssel fortgeworfen und nun kann sie sich nicht erinnern, jemals Träume, Zukunftsvisionen gehabt zu haben. Sie weiss zu schätzen, dass sie nicht in einem Kriegsgebiet wohnt. Denn so kann sie die Strasse betreten, wann auch immer sie möchte, aber sie möchte selten. Eigentlich möchte sie nie.  Sie rafft sich auf zum Einkaufen, sie unternimmt Dinge mit ihm. Sie weint nicht. Sie klagt viel, das ärgert  sie. Sie rügt sich täglich, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen, denn sie weiss, dass das Leben für sie nicht anstrengender ist, als für andere. Und dennoch empfindet sie es so. Sie nimmt auch brav ihre Tabletten. Aber das reicht nicht. Es ist die Sicht der Dinge, die nicht richtig ist, es ist das, was irgendwann mal falschgelaufen ist, was sie jetzt versucht, zu kompensieren. Sie hat kein Selbstbewusstsein, aber sie ist eine arrogante bitch.

Und das ist es nämlich, die Zwiespälte , in die sie sich täglich selber fallenlässt. und so viele : "Aber jetzt"! Und so viele : " Werd erwachsen und höre auf, Dir selber leid zu tun"!

Aber das reicht alles nicht.

Wunderbare Depressionen , zu schön, um sie loszulassen.

28.10.09 14:41





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